
Die Ausstellung gilt der jungen Generation nach Bernd Becher. Sie zeigt 13 Positionen
von Künstlern, die aus den Klassen von Bernd Becher, Thomas Ruff, Klaus Rinke, Rita
McBride, Jannis Kounellis, Rosemarie Trockel und Magdalena Jetelova
hervorgegangen sind. Es geht um ein neues Phänomen der „Nachstellungen“. Die
junge Generation dokumentiert nicht die Realität, sondern reflektiert sie im Lichte
verschiedener Zeiten und Ordnungssysteme.
Die Künstler stellen neue Fragen: Ist das ostdeutsche Eisenhüttenstadt endgültig
verloren, durch den Photoshop gerutscht, im zarten Glanz verblichener Farben, wie bei
Thomas Neumann? Ist die Fotografie ein Rollenspiel, mit dem Selbstporträt des Andrei
Loginov als Mafioso, zur Reflexion der vergangenen Geschichte? Geht es um das
Nachvollziehen schon bestehender optischer Einheiten, wie Simone Eberli und Andrea
Mantel es tun? Was wird aus dem eigenen Interieur, wenn Martina Sauter ihm das
Filmstill mit den Schauspieler-Stars Humphrey und Lauren beifügt? Lässt man die
Bilderberge in den Archiven schlummern oder weckt sie auf, wie es Natalie Czech
gelingt, die die vorgegebenen Motive bearbeitet, verdoppelt oder multipliziert, bis
Farben und Formen entstehen, die noch nie da gewesen sind? Können neue
Ordnungssysteme, bei Pablo Zuleta Zahr, Rettungsanker vor der Sintflut der Bilder
sein? Welchen Mehrwert bringen die Posen aus den Meisterwerken der
Kunstgeschichte, wenn Katlen Hewel die Blößen ihrer unbekleideten Freundinnen mit
den Motiven von Goya oder Botticelli bedeckt? Hat die Idee der Avantgarde, immer
neuere, tollere, schönere Bilder zu schaffen, ausgedient? Was taugt Manets „Frühstück
im Grünen“, sobald Sigune Siévi das „Grüne“ über der Topographie des Terrors zeigt?
Trotz aller Spiele, Zitate, Tarnungen und Verhüllungen: Der Glaube an das Bild hat die
Jugend nicht verlassen. Was Yoon-Jean Lee an Alltäglichem und Banalem
zusammenrückt, ist nicht nur wohlgestaltet, sondern auch schön. Das gilt für die Fakes,
denen Robert Voit auf der Spur ist, für die Müllberge, denen sich Tina Hauser mit
Atemschutzmasken nähert und für Anne Pöhlmanns Großbauten in den feinen
Strukturen und Beziehungen zueinander. Selbst in meterhohem Abfall können Bilder
noch glanzvoll enden, wie bei Tina Hauser. Felix Schramm, der Baumeister unter den
Fotokünstlern, zerreist, zersetzt, zerstört, zerbricht, um aus den Bruchstücken neue
Bilder zu schaffen, verlockende, unmögliche, magische Werke.
Gibt es den Verlust des Wirklichkeitsbezugs im post-fotografischen Zeitalter? Die
Fotokunst der Düsseldorfer Szene begnügte sich nie mit dem bloßen, etwa schönen
Abbild, insofern kennt sie auch den Begriff des Verlustes nicht. Die ästhetische Qualität
ist die Voraussetzung, ist das Selbstverständliche, das nie angezweifelt wird.
Dr. Helga Meister hat die Ausstellung kuratiert und begleitet sie in einem Katalogbuch.
Die Ausstellung ist vom 10. Oktober bis 19. Dezember 2004 zu sehen.
Öffnungszeiten: Donnerstag bis Sonntag, 12 - 19 Uhr
Vernissage: Samstag, 9. Oktober, 15 – 22 Uhr
Es sprechen ab 17 Uhr:
Stadtdirektor und Kulturdezernent H.-H. Grosse-Brockhoff
Dr. Helga Meister
halle 6 – galerie christine hölz
im hohenzollernwerk, neumannstraße 2, 40235 düsseldorf
telefon 0211 621 81 62, telefax 0211 621 81 63
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öffnungszeiten donnerstag bis sonntag von 12 – 19 uhr
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